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"Wir haben ganz schön Glück gehabt!"

Traditionell lud der CDU-Kreisverband Ludwigsburg auch 2018 zum Jahresbeginn nach Markgröningen in die Stadthalle ein. Traditionell war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Über 500 Gäste waren gekommen, um der Neujahrsrede des Kreisvorsitzenden Rainer Wieland und der von Haushaltskommissar Günther H. Oettinger zu lauschen.

Eine Feststellung machten beide Redner bei ihren Ausführungen. In Deutschland wird zu viel gejammert, vor allem in Baden-Württemberg, so Wieland. Gerade deshalb schwer zu verstehen, da Deutschland in den vergangenen beiden Jahren im "World-Happiness-Index" vom 26. auf den 16. Platz geklettert sei. Damit lägen wir vor allem vor den südlichen Ländern, auf die die Deutschen immer gerne neidvoll schauen. Dabei hätten wir alle ganz schön Glück gehabt, hier geboren zu sein, wie Oettinger später ausführte.

Klare Worte fand Wieland auch für die Situation in Berlin und speziell die der SPD. Die CDU müsste sich nicht von denen belehren lassen, die sich gleich nach der Wahl von einer möglichen Verantwortung verabschiedet hätten. Eine schnelle Klärung der Verhältnisse und eine stabile Regierung sei jetzt aber wichtig, damit Deutschland seine starke Stellung, vor allem in Europa, behalten könne.

In das selbe Horn stieß auch Günther Oettinger. Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident wies darauf hin, dass Europa vor großen Herausforderungen stehe, da "Despoten und autoritäre Machthaber in aller Welt die europäische Werteordnung verachteten und diese als Feindbild auserkoren hätten". Spätestens nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten könne man sich auch nicht mehr darauf verlassen, dass die USA auch künftig für uns als Weltpolizei zur Verfügung stehe. "Die Zeit der außenpolitischen Unschuld ist vorbei. Wenn wir von der parlamentarischen Demokratie überzeugt sind, müssen wir auch mehr für unsere Werteordnung kämpfen als früher."

Allerdings seien die Ausgangsbedingungen trotz der momentan guten wirtschaftlichen Lage alles andere als optimal. Oettinger wies darauf hin, dass Deutschland großen Reformbedarf habe. "In den alten Technologien sind wir bärenstark, aber neue Technologien wie Robotik, künstliche Intelligenz, soziale Medien oder digitale Plattformen und die damit zusammenhängenden Arbeitsplätze entstehen im Silicon Valley oder in Südostasien." Um weiter am Ball zu bleiben, müsse die europäische Industrie zusammenhalten.

Kritik übte der Kommissar an der Haltung der Deutschen zur technischen Modernisierung und technischem Fortschritt. "Wir lieben die Technik nicht wirklich und stehen ihr distanziert gegenüber. Die Kernkraft etwa wird abgeschaltet, aber wir brauchen als Industrieland eine bezahlbare Energieversorgung. "Es bräuchte mehr Bereitschaft, in Zukunftstechnologien zu investieren. "Wenn sich das nicht ändert, wird unsere Generation künftig als Totengräber des Industriestandorts Deutschland gelten."

Am Ende ging Oettinger auf die Wahlen im kommenden Jahr ein und motivierte die Anwesenden, gute Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen zu finden und vor allem für die Europawahl zu mobilisieren. Einen Blick warf er auch auf die nächste Landtagswahl 2021 - die CDU im Land mache mit Thomas Strobl einen guten Job. Aber die Grünen dürften nicht unterschätzt werden. Sie würden ebenfalls dafür kämpfen, in der Villa Reizenstein zu bleiben.

Das letzte Wort des Abends gehörte wie immer der Ortsvorsitzenden von Markgröningen, Claudia Thannheimer, die sich neben dem Dank an die zahlreich anwesenden Ehrengästen, der Musikkapelle, den Sternsingern und vor allem der Gastronomie ebenfalls mit einem Appell an die Anwesenden richtete. Sie machte deutlich, was die Arbeit in der CDU bedeute. Wie in der Familie gebe es Höhen und Tiefen, wie in der Familie müssten auch Kompromisse gemacht werden. Am Ende komme aber immer was Gutes heraus, am Wichtigsten sei es, zusammenzuhalten.

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